5. Februar 2008

Tag 3 – Rote Berge

Schon recht früh machten wir uns auf Richtung Westen, dem „Red Rock Canyon“ entgegen. Das Frühstück gab es heute bei McDonalds, und zum ersten Mal kam die Frage auf nach Marmelade auf Brötchen usw. Wahrscheinlich lag das an der – zumindest bei einigen – noch ausstehenden Körperentleerung und einer beginnenden Abneigung gegen Ei in jeglicher Form zum Frühstück. Diese Abneigung sollte sich in den nächsten Tagen noch verstärken, allerdings nicht bei mir. Zuhause esse ich kaum etwas zum Frühstück, in Amerika haue ich morgens richtig rein.

Am „Red Rock Canyon“ angekommen, zahlten wir erst einmal Einfahrt ($5 pro Auto) und staunten dann über a) die Naturwunder und b) die schon oben beschriebene Unverfrorenheit mancher amerikanischer Zeitgenossen. Zumindest ich kann von mir behaupten, noch nie in Badelatschen durch einen eiskalten Gebirgsbach gelaufen zu sein. Auch nicht mit kurzen Hosen! Doch bleiben wir bei den Naturwundern: einen Ausflug zum „Red Rock Canyon“ sollte man – sofern motorisiert – auf jeden Fall machen. Man ist nicht so lange unterwegs (ca. 30 Minuten vom Strip), und die tollen Felsen und Panoramen sind absolut sehenswert. Auch den Kindern hat es gefallen, über Felsklumpen zu klettern, sich durch Spalten zu quetschen und über vereiste Flächen zu rutschen. Schließlich war Januar, und in manche Ecken dort fällt zu dieser Jahreszeit kein Licht. Dementsprechend kalt ist es auch. Aber in der Sonne ist es mehr als angenehm. Nach zwei Stunden machten wir uns dann auf den Rückweg und futterten noch ein paar Burger bei McDonalds.

Den Kindern und Frauen wurde dann ein kleines Schläfchen zugestanden, wir Männer zogen los ins „Casino Royale“. Die obligatorische Anmeldung beim dortigen Player's Club wurde uns mit $50 für freies Slotspiel und ein paar anderen Nettigkeiten gedankt. Mit den zusammen $100 spielten wir eine ganze Weile (ohne Erfolg), probierten dann Black Jack Twist aus (ohne Erfolg) und nahmen ein paar kleine Bierchen (auf Kosten des Hauses, also doch ein Erfolg). Das Casino ist recht angenehm und das Publikum hat das Verfallsdatum auch noch nicht überschritten.

Der Nachmittag hatte es dann wieder in sich – lauftechnisch gesehen. Wir wackelten vom „Imperial Palace“ am „Flamingo“ und am „Bally's“ vorbei Richtung „Paris“. Da es schon 5 durch war, galten unsere 2-für-1-Coupons nicht mehr, und wir zahlten den vollen Preis, um auf den halben Eiffelturm hochzufahren. Wenigstens die Kinder kosteten nichts. Der Ausblick von oben auf den Strip ist dann aber schon toll, auch die Fontänen vom „Bellagio“ sieht man recht gut. Ansonsten sieht das „Paris“ nicht so spektakulär aus wie erwartet, vielleicht wurde hier nicht mit ganz so viel Liebe (oder Geld?) gebaut.

Weiter ging es zum „Planet Hollywood“, an das wir noch gute Erinnerungen hatten, als es noch das „Aladdin“ war. Die damalige „Desert Passage“ war richtig cool, und so wollten wir unbedingt den künstlichen Gewitterregen sehen. Groß war dann die Ernüchterung, als wir die „Miracle Mile Shops“ betraten: einfach nur ein weiteres Einkaufszentrum am Hotel. Zumindest der hintere Teil erinnert noch ein wenig an die „alte“ Zeit, und wir fanden sogar die Stelle, wo das Gewitter sein sollte. Bei einer 17-Zoll-Pizza (für uns alle zusammen) warteten wir auf die volle Stunde. Es schlug eine Glocke, es blinkerten ein paar Lichter hinter den künstlichen Häuserdächern und es grollte ein imaginärer Donner – aber keine Spur vom Regen. Ein Blick zur Decke ließ erahnen, dass diese Attraktion ihre beste Zeiten wohl hinter sich hat.

Da uns schon die Füße brannten, wollten wir einfach „das Stück“ bis zum „MGM“ laufen und von dort mit der Monorail zum „Imperial Palace“ zurückfahren. Gut, bis zum Eingang des „MGM“ war es noch erträglich, aber der Weg im Hotel bis zur Monorail-Station ist fast endlos lang. Als ich eine Restroom-Pause machte, wurde meine im Zwischengang wartende Frau mit den Kindern sofort angeraunzt, sie könne sich mit Kindern nicht im Casinobereich aufhalten. Schließlich an der Bahn angekommen, gab es einen kleinen Sicherheitscheck, und dann durfte die Reise losgehen. Nach drei Stationen waren wir da, meine Frau und die Kinder gingen zu Bett, wir drei anderen gingen zur Karaoke Bar. Dort war eine recht lustige amerikanische Reisegruppe dabei, das Repertoire von ca. 15.000 Titeln hoch- und runterzusingen. Mehr oder weniger gut. Das Ganze war recht lustig, und so wurde es ein netter, spielefreier Abend.

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