16. Februar 2008

Tag 7 – Feuer am Berg, Wasser im Tal

Heute sollte es noch einmal raus gehen ins Land – das „Valley of Fire“ stand auf dem Plan. Schon recht früh machten wir uns auf und fuhren die I-15 Richtung Norden. Als dann der Asphalt schon recht schlecht wurde und andere Fahrzeuge sehr selten zu sehen waren, fanden wir endlich unsere Abfahrt – und einen von Indianern betriebenen Truckstop. Dort gab es leckeres Frühstück (eher Brunch) mit ganz viel French Toast, Pfannkuchen, Schinken und Ei. Dazu wieder Kaffee in größeren Mengen, der aber kaum „treibende Wirkung“ entwickelt. Ein paar Tropfen wurden dem Tank noch gegönnt, dann ging es ostwärts Richtung Tal.

Nach dem Bezahlen von $6,- für das Auto konnten wir uns auf einem gut beschilderten Weg mit einigen Stichstraßen an den Naturwundern des „Valley of Fire“ erfreuen. Ähnlich Bilder hatten wir vorher nur in Naturdokumentationen gesehen – jetzt standen wir selbst mittendrin. Das Wetter war zwar etwas kühl, aber in der Sonne war es gut auszuhalten. Außerdem zauberte die Sonne und die zweitweise vorbeihuschenden Wolken richtig tolle Farbenspiele auf die Felsen. Wir konnten schöne Fotos und auch tolle Videoaufnahmen machen.

Weiter sollte es Richtung „Lake Mead“ gehen, dessen Ausdehnung nach Norden ja extrem ist. Allerdings mussten wir an der Overton Marina feststellen, dass der Wasserstand des Stausees schon lange recht niedrig ist. Man musste die Rampe für die Boote dort um ein schönes Stück verlängern, damit man gut ins Wasser kam. Allerdings war dank des kühlen Wetters dort nicht viel los, nur der Sheriff machte ein Schwätzchen mit uns und fragte nach dem Woher und Wohin. Weiter also – immer am See entlang – Richtung Süden. Da es eine sehr ruhige Fahrt war, schliefen diverse Besatzungsmitglieder dieser Mission auch recht schnell ein, was mir aber nicht viel ausmacht als Fahrer, weil ich ganz gerne meine Ruhe habe am Steuer. Apropos Fahren: ich genieße das doch recht langsame Fahren in Amerika immer wieder. Ein schöner Kontrast zur oft hektischen Fahrweise einiger Zeitgenossen hier in Deutschland.

Auf unserem Weg Richtung Henderson und zurück nach Las Vegas kamen wir noch an einem etwas unwirklich Ort vorbei: „Lake Las Vegas“. Hier draußen – aber in Sichtweite der Hoteltürme des Strips – haben sich die Reichen und Schönen ein Refugium bauen lassen. Unsere Freundin erkannte auch geich ganze Straßenzüge wieder, die sie in der Fernsehserie „O.C. California“ gesehen hatte. Tolle Wurst! Aber niedlich anzusehen war diese Kopie italienischer Dorfbaukunst schon.

Wer aufmerksam gelesen hat, der hat auch mitbekommen, dass sich die Damen gern und lange in diversen Einkaufszentren aufgehalten haben. Nur für uns technikverliebte Männer war (außer dem tollen Apple Store) noch nicht so viel dabei. Das sollte sich jetzt ändern. Wir setzten Frauen und Kinder an der „Boulevard Mall“ ab, ernteten ein paar ungläubige Blicke und machten uns dann auf zu Circuit City und Best Buy. Beide Elektronikriesen liegen dort direkt nebeneinander. Das wäre so, als wenn MediaMarkt und Saturn in einem Center wären. Technisch gesehen sind wir in einigen Dingen hinterher (Fernsehergrößen, Blue Ray etc.), in anderen Dingen weiter vorn (Handys etc.). Aber in Summe gibt es nur ein großes Unterscheidungsmerkmal: den Preis. Durch den günstigen Dollarkurs erscheinen fast alle Dinge dort – vom Notebook bis zum Plasmaflachmann – als einzigartige Schnäppchen. Relativiert wird das nur durch die Tatsache, dass ja die Amerikaner ihre Gehälter einfach in Dollar bekommen, sich am Preisgefüge für sie also gar nichts geändert hat. Trotzdem war es eine interessante Erfahrung.

Ganz in der Nähe der „Boulevard Mall“ gibt es eine Niederlassung von „Applebee's“ - dem freundlichen Familienrestaurant. Dort gab es diesmal Abendessen, denn auf der Karte gab es eine Seite voller Highlights für die Frauen: Gerichte mit Weightwatcher's Punkten! So gab es für jeden die volle Portion, und trotzdem rauchte niemand befürchten, ganz schwer gesündigt zu haben. Das ist definitiv eine Geschäftsidee für Deutschland.

Da wir alle an diesem Abend mehr als geschlaucht waren, ging es heute ohne einen Casinobesuch ins Bett, was mit Sicherheit ein sehr großer Fehler war, denn heute hätte es bestimmt geklappt mit dem Glück beim Roulette oder den Slots oder ...

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