15. Juni 2008

"He's a pussy!"

Das Rolandsfest war zu seiner 40. Auflage wieder im Gehege angekommen, und es lockte - trotz des teilweise miserablen Wetters - Tausende zu den angekündigten Acts und Bands. Freitag und Samstag durfte ich durch das Programm führen, die Leute bei der Stange halten - und den diversen Künstlern ganz nah sein.

Dort spannte sich der Bogen von der Partyband bis zum internationalen Top-Act. Und ebenso unterschiedlich war auch die Art und Weise, wie man an das Geschäft des Musikmachens heranging. Beispiele gefällig? Bitteschön:

"Bartlos" hat natürlich Heimvorteil, aber man merkt den einzelnen Musikern den wahren Spaß an der Musik förmlich an. "Tramp" aus Gera passt ebenso in dieses Schema, auch "PurPur" oder natürlich Petra Zieger und ihre Mannen (wobei es da schon mehr um den Stellenwert der "Show" ging als "nur" die Musik").

Dann kam ein älterer Herr aus Südafrika (zwischenzeitlich in London beheimatet). Seit dem Nachmittag bauten "seine" Leute unter der technischen und moralischen Leitung von Mr. King (dem Abbild eines typischen Inselbewohners, aber trotzdem sehr nett) die Technik und die Instrumente auf und testeten diese ausgiebig. Und um 19 Uhr kam Manfred - mit extrem schlechter Laune (weil gerade aus dem Nachmittagsschlaf gerissen) - und machte seinen Soundcheck.

Man beachte: seine Instrumente standen schon auf der Bühne und waren sogar schon eingeschaltet - er selbst hatte sie wahrscheinlich das letzte Mal bei seinem letzten Gig gesehen. Auch mit seinen "Bandkollegen" ging er mehr um wie mit Angestellten - und diese verhielten sich ihm gegenüber ebenso reserviert. Wenigstens aß man zusammen vor dem Konzert.

Nach dem Gig (natürlich ohne Zugabe, denn das passte dem "Meister" nicht in das musikalische Konzept) wartete schon ein Fahrzeug auf den alten Manfred, welches ihn (und nur ihn!) gleich ins Hotel fahren sollte. Vorher holte er sich beim Catering noch ein Nordhäuser Pils ab (für den Weg), welches er aber nach einem Schluck postwendend zurückbrachte mit den Worten: "Oh no, that's too strong!"

Ein "Mythos" war für mich entzaubert. Mr. King sagte daraufhin zu mir die Worte des Abends: "Well, he's a pussy". Und ich konnte ihm nur zustimmen.

Keine Kommentare: