22. April 2009

Dinge, die man nicht braucht

Es gibt so Sachen, die man einfach nicht braucht: Zeckenbisse, Beulen im Auto - und zänkische Nachbarn. Vor Zecken hatten wir bisher Ruhe und die Beulen haben uns bisher meist Andere reingefahren. Mit unseren unmittelbaren Nachbarn haben wir auch ein ordentliches Verhältnis. Alles soweit okay also.

Nun wohnen wir aber in einem in sich geschlossenen Wohngebiet mit einer Straße und nur einer Zufahrt, die gemeinsam genutzt wird. Natürlich. Aufgrund der Insolvenz des Bauträgers ist der rechtliche Zustand der Straße im Moment noch schwebend. Aber: sie ist eine Privatstraße. Drei Dinge treffen auf diese Straße noch zu: Sie befindet sich in einem als Tempo-30-Zone ausgewiesenen Gebiet, es handelt sich um eine Verkehrsfläche in Mischnutzung (es gibt keine Gehwege) an ihr wohnen viele junge Familien mit kleinen und Kleinstkindern.

Das alles sollten Gründe für eine vernünftige Fahrweise im Wohngebiet sein. Leider scheint das für einige Zeitgenossen nicht zu gelten. Da wird dann nicht nur von noch recht jungen Fahrern auf zum Teil wahnwitzige Geschwindigkeiten beschleunigt oder der Paragraph 1 der StVO aus einer sehr egoistischen Sichtweise interpretiert. Nein, es wird auch auf das Recht des Stärkeren gepocht.

Besonders ein "Nachbar" (ich setze das Wort mal in Anführungszeichen, denn nachbarschaftlich verhält sich dieser Zeitgenosse nun wahrlich nicht) ist aufgrund seiner rücksichtslosen Fahrweise eine Gefahr für Leib und Leben unserer Kinder, aber auch von Erwachsenen. Nun befürchten viele Anwohner, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis es zu einem Unglücksfall kommt.

Nun ist gerade dieser Mann aber ein Vertreter von "Recht und Ordnung". Dank ihm füllen sich unsere Briefkästen mit Schreiben von Ordnungsamt und Gemeinde. Mit einer gehörigen Portion Selbstüberschätzung gepaart mit Halbwissen fühlt sich der Pensionär berufen, der letzte Hort der Gerechtigkeit zu sein. Natürlich immer nur aus seinem Blickwinkel. Was da nicht reinpasst, wird bekämpft. Zur Not auch der Bürgermeister, der bei der Kommunalaufsichtsbehörde angezinkt wird, wenn er sich nicht für die hohen Ziele einspannen lässt.

Es werden Behauptungen aufgestellt, die aus der Luft gegriffen sind und jeder Grundlage entbehren. Er beruft sich auf Rechte, die er gerne hätte, aber die in keinem Gesetz so verankert sind. Und er "ruft Nachbarn zur Ordnung", nur um es zu tun, also ohne praktischen Nutzen für ihn oder andere Menschen. Mittlerweile ist er zur Hassperson Nr. 1 im Wohngebiet aufgestiegen - ein zweifelhafter Ruhm.

Warum schreibe ich dies alles, und warum nenne ich den Menschen nicht beim Namen? Nun, ich wollte mir die Fakten einfach mal von der Seele schreiben. Das muss einfach mal sein, weil ich es nicht gerne am Biertisch durchkaue (außerdem mag ich nicht so gerne Bier). Und beim Schreiben muss man sich einfach noch einmal Gedanken zum Thema machen. Das ist gut und führt oft zu Lösungen und Strategien.

Was macht man also mit diesem Mann? Größtenteils gar nichts, denn scheinbar ist die größte "Strafe" für ihn er selbst! Lassen wir ihn also mit sich allein, es könnte ein grausames Leben für ihn werden. Da er aber so auf "Recht und Ordnung" pocht, kann man ihm auch nur auf diesen Weg beikommen. Wir werden also mit dem jetzigen und dem zukünftigen Besitzer der Straße eine rechtlich einwandfreie Lösung zur Verkehrsführung anstreben (Einbahnstraße, Widmung als Spielstraße). Dann gibt es gesetzliche Regeln, die - auch von ihm - eingehalten werden müssen.

Das macht zumindest schon einmal Hoffnung. Mal sehen, was es wird.

1 Kommentar:

---------------------------------------------- hat gesagt…

Oh, es gibt noch viele Dinge mehr, die man nicht braucht: z.B. Staatsschützer. Man lese hier: http://www.pseudolus.de