27. Dezember 2009

Der Film im Fenster - dank ZDF HD ;)

Über die Feiertage probieren ARD und ZDF - sehr zur Freude von uns Zuschauern - das "neue" Fernsehen HDTV aus. So neu ist das zwar gar nicht, denn man hat das bei den Öffentlich-Rechtlichen schon öfter getestet, und die privaten bzw. Bezahlsender bekommen das auch schon ganz gut hin.

Nun also ARD und ZDF. Das ist sehr löblich, weil ja sowieso von uns allen finanziert und damit längst überfällig. Schöne neue Fernsehzukunft also. Oder doch nicht? Nun ja, es gibt das so Kleinigkeiten, die bis zu den GEZ-bezahlten Technikern nicht vorgedrungensind. Oder wie sonst ist das tolle Fernseherlebnis mit dem Film "Der Pferdeflüsterer" auf ZDF HD zu Weihnachten zu erklären?

Das schafft vielleicht ein kleines bebildertes Märchen.

Es war einmal ... ein Film. Dieser wurde auf 35 Millimeter breitem Zelluloid gedreht und lag damit im schönen Format 16:9 vor.


Das Bild war weit und breit, damit die Augen etwas zu tun bekämen. Damit auch die Menschen zu Hause in den Genuss dieses Filmes kommen konnten, wurden zuerst Videokassetten und später DVDs davon angefertigt. Nun begab es sich aber, dass viele Menschen zu Hause noch einen alten Fernsehapparat im Verhältnis 4:3 besaßen. Was tun? Denn wenn man das Filmbild in das alte Fernsehbild einpasste, war das Verhältmis nicht sehr ansehlich.


Findige Techniker kamen auf die Idee, dem Film ein paar Streifen mit auf den Weg zu geben, damit das eigentliche Filmbild eben nicht wie gestreckt aussah. Und plötzlich klappte es mit den Proportionen wieder.


Dann kamen langsam, aber sicher Fernseher im Format 16:9 in Mode. Die konnten das Bild des Filmes praktisch formatfüllend - ohne die störenden Streifen - darstellen. Das funktionierte aber nur richtig, wenn ein wichtiger Schalter (genannt Flag) genutzt wurde.


Vergaß man diesen Schalter, wurde das Bild mit den schwarzen Streifen zusammen in das flachere Bildformat reingepresst. Das Ergebnis war fatal.


Solch ein Bild flimmerte am bewussten Abend über die Bildschirme aller ZDF-Zuschauer. Okay, das kann ja mal passieren, schließlich machen die meisten Privatsender diesen "Fehler" regelmäßig.

Ha, dachten sich nun aber die Techniker des ZDF, das können wir noch verschlimmbessern. Denn schließlich haben wir ja nun HDTV, da sind ganz andere Möglichkeiten drin.

Gedacht, getan. Man nahm sich also das schöne Bild mit den scharzen Streigen oben und unten und fütterten damit ihren HDTV-Umrechner. Für diesen war das zugeführte Signal aber nun ein klassisches 4:3 Bild, und das kannte er von alten echten 4:3 Filmen. Flugs rechnete er also Streifen dazu - diesmal links und rechts - um den Zuschauern das vermeintliche 4:3 Bild formatfüllend zu präsentieren.

Und das Ergebnis dieser Umrechung ging dann parallel auf dem schönen Kanal ZDF HD auf Sendung:


Somit kamen also die Zuschauer des "neuen, besseren" Fernsehens in den Gebuss eines Filmes im Fenster. Sicher sind sie dafür ganz nah zusammengerückt vor dem teuren HD-Fernseher, um das eine oder andere Detail im Film zu erhaschen.

Eine technische Meisterleistung, liebe ZDF-Techniker - sicherlich mit warmen, weihnachtlichen Gedanken zu begründen. Vielen Dank dafür!!

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