20. Januar 2010

Ergänzungen zu HDTV

In der nnz-online erschien heute ein Artikel von Jürgen Wiethoff, in welchem er sehr ausführlich über HDTV u.ä. informiert. Das Ganze war gut recherchiert und gut erklärt.

Da das Feld natürlich ein sehr weites ist, habe ich noch ein paar Ergänzungen in Form eines Kommentars geschrieben. Diese Ergänzungen möchte ich zusätzlich hier veröffentlichen:


Das ist eine Aufstellung, die sich wahrscheinlich viele Kunden VOR dem Fest gewünscht hätten, aber lieber spät als nie! Und außerdem ist sie ja auch noch gut recherchiert, besten Dank dafür.

Trotzdem habe ich noch ein paar kleine Ergänzungen:


Unterschied von 1080i zu 720p

Der größte Unterschied ist augenscheinlich die Auflösung selbst - sollte man denken. Denn während bei 1080i immerhin knapp über 2 Millionen Bildpunkte dargestellt werden, sind es bei 720p "nur" knapp 1 Million. Trotzdem hat das "kleinere" Format aktuell durchaus Vorteile, die es bei schnellen Bewegungsabläufen ausspielen kann. Denn während beim Format 1080i (i wie interlaced) pro Sekunde 50 halbe Bilder dargestellt werden, sind es bei 720p (p wie progressiv) 25 volle Bilder.

Natürlich können die modernen Fernsehgeräte aus den Halbbildern auch wieder Vollbilder machen, um sie dann auf den Displays darzustellen. Aber es muss halt gerechnet werden, und da gibt es unterschiedliche Herangehensweisen. Am einfachsten ist die Methode, die beiden zusammengehörenden Halbbilder zu einem Vollbild zu mischen. Das klappt bei einem "stehenden" Bild hervorragend, bei einem Kameraschwenk oder einem schnell über das Spielfeld fliegenden Ball eben nicht: auf jedem Halbbild hat der Ball dann nämlich eine etwas andere Position - er bewegt sich eben. Fügt man nun die beiden Halbbilder einfach so zusammen, erzeugt man keinen vollen Ball, sondern einen vollen "Strich".

Bessere Fernsehgeräte sind allerdings schon in der Lage, aus den beiden Halbbildern ein Bild zu erzeugen, welches der Realität in dieser 25tel Sekunde am nächsten kommt. Aber es ist nur berechnet! Solche Bewegungsabläufe sind die Domäne der echten Vollbilddarstellung (720p).

Der ideale Fall wäre im Moment die Darstellung in 1080p - also 2 Millionen Pixel im Vollbild. Die dafür benötigte Datenrate ist aber für einen Sendebetrieb zu hoch und bleibt damit aktuell der Blueray vorbehalten.


Formatauflösungen

Ganz wichtig ist: bei HDTV wird im Format 16:9 gesendet. Im Idealfall sind daher keine manuellen (oder vermeintlich automatischen) Umschaltungen notwendig. Die braucht man nur noch beim "normalen" Fernsehsignal - auch bekannt als PAL. Dabei kommt es meist auf die Tagesform des zuständigen Technikers beim Sender an, denn gerade auch der selbsternannte "Spielfilmsender" hat damit regelmäßig seine Probleme.

Aber auch bei HDTV-Übertragungen kann es zu Problemen kommen, besonders wenn "altes" Material digital aufgehübscht wird. Das ZDF hat während seines Showcases über die Feiertage ein besonders schlechtes Beispiel geliefert, welches man hier in meinem Blog nachlesen kann: http://bit.ly/7SURdr


HD+ - das "bessere" HD

Diese Wahrnehmung ist mir nun schon oft begegnet, und man kann den Marketingstrategen der Privaten nur gratulieren dazu. Allerdings lohnt sich ein Blick hinter die Kulissen.

HD+ ist der - wiederholte - Versuch der Privaten, sich Geld direkt vom Zuschauer zu holen. Bei immer stärker wegbrechenden Werbeeinnahmen ist das auch eine gewisse Notwendigkeit. Aber gerade dies sollte sich der potentielle Kunde durch den Kopf gehen lassen. Denn was bietet HD+ wirklich?

Der größte Vorteil ist, dass ich - ausgewählte - Programme in HDTV sehen kann. Nun sieht man auch bei ARD und ZDF, dass es noch längere Zeit Sendematerial gibt, welches nicht in "echtem" HDTV produziert wurde. Dieses wird dann hochskaliert. U.a. natürlich auch die meisten Werbespots. Denn auch die bekommt man mit HD+ weiter präsentiert - auch innerhalb der Sendung oder sogar mitten im Bild! Dafür bezahlt man dann Geld!

Man bezahlt dieses Geld sogar schon im Moment des Kaufes der Settopbox, die als Version für HD+ kaum unter € 200,- zu bekommen sind. Zum Vergleich: "normale" HDTV-Receiver z.B. bekommt man schon knapp € 100,- billiger. Außerdem bringen die HD+-Geräte noch einen weiteren Nachteil mit: der Kunde kann gut bevormundet werden. Hat der Receiver nämlich eine eingebaute Festplatte, so kann der Sender bei Aufnahmen nämlich technisch "verbieten", dass man die Zwischenwerbung einfach überspult! Auch hier sind die normalen Receiver natürlich im Vorteil, weil die diese Funktion ohne Einschränkung bieten.


Internet-Foren helfen

Aufgrund der verschiedensten Ecken und Kanten empfehle ich dem potentiellen HDTV-Kunden, sich im Internet zu informieren. Es gibt eine Menge Foren, die sich mit diesem Thema beschäftigen und wo man die Meinungen und Einschätzungen anderer Kunden zu spezifischen Geräten findet und zur Not auch Fragen stellen kann.


Nochmals vielen Dank für die ausführlichen Informationen!!

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