17. Januar 2010

HD-Kamera für den Privatgebrauch

Von einem Bekannten bin ich zu meinen Erfahrungen mit der HD-Filmerei gefragt worden. Weil ich ihm umfassend geantwortet habe, möchte ich aus der Antwort doch gleich mal ein Blogpost machen:

Meine HD-Filme bearbeite ich alle mit dem Notebook. Zuerst mit einem Centrino Core 2 Duo mit 1,8 GHz und 2 GB, jetzt mit einem Pentium T4200 und 4 GB. Also keine "High-Power-Maschinen", sondern völlig normale Arbeitstiere. Denn das Geheimnis liegt im Codec.

Moderne HD-Camcorder - meist sogar mit SD-Karten etc. - nutzen den sehr guten Codec MP4 (h.264 bzw. AVCHD). Mit diesem bekommt man eine beeindruckende Qualität bei kleinen Datenmengen. Das Problem ist dann aber die Bearbeitung: weil die aufgenommenen Bilder so stark gepackt sind, müssen sie für die Bearbeitung praktischerweise in Echtzeit entpackt werden. Dafür braucht es allerdings viel Rechenleistung. Reicht diese nicht aus, ist die Bearbeitung zwar nicht unmöglich, aber von Spaß dabei kann keine Rede mehr sein!

Diese Überlegungen haben mich zu einem "alten" HD-System geführt: zu HDV. Dies ist praktisch eine Erweiterung von DV, also die digitale Aufzeichnung auf kleine Kassetten. Auch HDV-Camcorder nahmen anfangs auf Band auf. Im Unterschied zur ursprünglichen DV-Aufzeichnung wird aber bei HDV auch komprimiert, und zwar mit dem bekannten MP2. Bei entsprechend hohen Datenraten kann man damit eine ordentliche Qualität erzielen.

Da ich das Band als Medium aber absolut ausschließe, sah ich mich nach einem Camcorder mit einer anderen Speichermöglichkeit um. Aufgrund der entstehenden großen Datenmengen kommt dabei nur die Festplatte in Frage. Und da gibt es einen Hersteller, der so schlau war, einen Festplatten-Camcorder mit zwei verschiedenen Aufzeichnungsverfahren auf den Markt zu bringen: MP4 und MP2! Und da habe ich zugegriffen!

Die JVC GZ-HD40 ist handlich und gut bedienbar. Allerdings hat sie keinen Sucher, sondern nur einen ausklappbaren Bildschirm. Dafür glänzt sie mit optischem 10fachen Zoom und einer Festplatte mit 120 GB. Da bekommt man ordentlich Material drauf. Laut www.guenstiger.de bekommt man sie mittlerweile für unter € 500,- - ich habe noch € 100,- mehr bezahlt. (http://www.guenstiger.de/gt/main.asp?produkt=794577) Mittlerweile gibt es auch Nachfolgemodelle, wobei dort auch der "Schrumpfungsvirus" zugeschlagen hat. Ich jedoch brauche ein wenig was in der Hand beim Filmen!

Außerdem ist man auch zukunftssicher: sollte man mal einen superschnellen Rechner besitzen, kann man auch in AVCHD filmen, was (theoretisch) eine noch bessere Bildqualität verspricht. Bei entsprechend hoher Datenrate wohlgemerkt.

Passende Beispiele kannst Du Dir ja bei YouTube anschauen (www.youtube.de/bseplus). Die aktuellen Videos sind mit der JVC aufgenommen, allerdings "nur" in 1280 x 720 wiedergegeben. Denn die JVC filmt HDV in 1440 x 1080 und interpoliert bei der Wiedergabe auf FullHD (1920 x 1080). AVCHD wird direkt in 1920 x 1080 aufgenommen.

Bearbeitet werden die Videos mit MAGIX Video Deluxe 2008 plus - das gibt es bei www.pearl.de für unter € 30,- und ist für den "normalen" Privatgebrauch sehr gut bedienbar. Auch das Rendern am Ende des Bearbeitungsprozesses geht damit recht schnell. Womit wir beim letzten Problem sind: womit spiele ich die fertigen Filme ab? Meine Lösung: ich exportiere die fertigen Filme in HDV (1440 x 1080), also im Original-Format. Damit halten sich eventuelle Verluste total in Grenzen. Die fertigen Dateien kann man dann später mit einem Konvertierungsprogramm wie "FormatFactory" oder "Super" oder "MediaCoder" oder "Handbrake" oder ... in beliebige andere Formate wandeln.

Die HDV-Dateien spielt mein Blueray-Player (LG BD-390) ohne probleme von einer externen Festplatte ab. Auch der Western Digital HD TV (Live) Player hat mit den großen Dateien gar keine Probleme. Damit muss man also keine Scheiben toasten. Aber das könnte man theoretisch auch.

Okay, das waren wieder viele Infos - bei Fragen einfach an mich wenden!

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