19. März 2010

Ines ist gegangen

Copyright by  ostmusik.deManche Nachrichten übersieht man wahrscheinlich unbewußt. Und so habe ich auch diese Nachricht vom 19. Februar 2010 gar nicht wahrgenommen, wohl auch, weil sie nur eine kleine Randnotiz war:

Ines Paulke (51) nahm sich am 17. Februar in Memmingen das Leben.

Diese aus dem thüringischen Gräfenthal stammende Sängerin gehört für mich zur persönlichen musikalischen Vergangenheit unbedingt dazu. Ihre unverwechselbare Stimme begeisterte mich schon, als sie bei "Datzu" sang und noch mehr, als sie mit Arnold Fritzsch zusammenarbeitete. Hier entstanden Pop-Titel von wirklicher Größe und zeitloser Schönheit.

Ines Paulke genoss sogar das Privileg, Titel in englischer Sprache aufnehmen zu dürfen, wohl auch deshalb, weil sich die Verantwortlichen in der DDR gewisse Deviseneinnahmen durch eine internationale Vermarktung versprachen. Trotzdem waren es weniger die ganz flachen Pop-Texte, sondern tiefgehende kleine Geschichten rund um Lust und Leid einer Liebe.

Die Liebe schließlich war es, die sie - nach unendlichen Zeiten des Tingelns durch die ganze Republik - schließlich nach Süddeutschland verschlug. Doch auch diese Liebe zerbrach, zerbrach wie viele andere Lieben und Stützpfeiler in ihrem Leben. Schließlich fand Ines Paulke keinen Halt mehr in diesem Leben und sah auch nicht mehr die hilfreichen Hände, die sich ihr entgegenstreckten.

Ich traf sie zuletzt im Jahr 2000, als sie gemeinsam mit Angelika Weiz bei einer Dampferfahrt in Bad Saarow auftrat. Mich macht der Tod von Ines Paulke traurig, auch weil er mich an andere Idole meiner Jugend erinnert, die leider nicht mehr sind.

„Laute Worte, immer wieder laute Worte, bis man sich nicht mehr versteht. Leise Stunden, immer wieder leise Stunden, ich denk, dass dann nichts mehr geht.“
(aus: "Hauch mir wieder Leben ein" von Ines Paulke)

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